Montagsfrage: Drei Adjektive fuer ein Buch?

Hallo ihr Lieben :)

Wir haben es getan. Wir haben unseren Urlaub nach Disneyland Paris gebucht. Ach Leute, ich kann es wirklich kaum erwarten. In 48 Tagen geht es los. Wir fliegen am 06. März und kommen am 09. März zurück. Dadurch haben wir zwei volle Tage im Park, was wahrscheinlich immer noch nicht ausreicht, um alles zu sehen, aber uns zumindest erlauben sollte, den Großteil der Attraktionen zu besuchen, die wir mitnehmen möchten. Wir werden bestimmt trotzdem priorisieren müssen, heutzutage ist das dank App jedoch mit deutlich weniger Aufwand verbunden, als es bei meinem ersten Besuch im Alter von acht Jahren war. Es wird wundervoll, da bin ich mir sicher. Vier Tage Auszeit vom Erwachsensein. Ich freue mich wahnsinnig.

Wir haben uns ein Sorglos-Paket zusammengestellt, ob der Urlaub tatsächlich stattfindet, hängt allerdings von der Corona-Situation im März ab. Momentan sieht es trotz haarsträubender Inzidenzen gut aus. Da der Lieblingsmensch und ich beide geboostert sind, müssen wir nur sehr überschaubare Auflagen erfüllen. Wir werden unseren Impfstatus natürlich nachweisen müssen und im Park selbst gilt eine strikte Maskenpflicht, aber das war es im Grunde schon. Bei unserer Rückkehr müssen wir durch den Booster nicht mal in Quarantäne, obwohl ich mich wahrscheinlich so weit wie möglich selbst isolieren werde, um mein Umfeld nicht zu gefährden.

Dennoch macht es mich nervös, dass ich den Faktor Corona nicht kontrollieren kann. Nach dem Erlebnis mit unserem stornierten Sri Lanka – Urlaub im September 2020 bin ich ein gebranntes Kind. Der rationale Teil in mir kämpft hart gegen meine Ängste und argumentiert immer wieder damit, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Reise im März gecancelt wird, wenn wir sogar jetzt fliegen könnten (Neukölln blickt auf eine Inzidenz von über 1.400), doch so richtig fruchtet diese Überzeugungsarbeit nicht. Ich bin weiterhin besorgt, dass Disneyland einfach geschlossen wird, keine Flüge nach Frankreich gehen dürfen oder ich mich kurz vorher anstecke. Oder alles auf einmal.

Ich versuche, meine Vorfreude zu genießen, aber je höher die Zahlen klettern, desto schwieriger wird es. Hoffen wir, dass sich die Omikron-Variante bis März mehr oder weniger ausgetobt hat und Inzidenzen sowie Hospitalisierungen wieder sinken. Nicht nur für unseren Disneyland-Urlaub, sondern grundsätzlich, denn die aktuelle Lage ist meinem Empfinden nach durchaus alarmierend, obwohl wir ja mittlerweile alle einiges gewohnt sind.

Nun, 48 Tage haben wir ja noch und die Hoffnung stirbt zuletzt. Der heutigen Montagsfrage von Sophia von Wordworld widme ich mich deshalb fest entschlossen, meine Sorgen nicht überhandnehmen zu lassen.

Welches Buch habt Ihr zuletzt gelesen und mit welchen drei Adjektiven würdet Ihr es beschreiben?

Cover des Buches "Great Expectation" von Charles Dickens

Sophia hat dieses Jahr schon acht Bücher gelesen. Ich hänge immer noch im ersten. Mein Tempo hat sich eben verändert und ich strenge mich aktuell sehr an, das zu akzeptieren. Wir werden im Jahresrückblick darüber sprechen. ;)

Deshalb ist mein zuletzt gelesenes Buch das letzte Buch des Jahres 2021: „Great Expectations“ von Charles Dickens. Ja, uff, ein Klassiker. Das macht mir die Beantwortung der heutigen allerdings vergleichsweise leicht. Ich entscheide mich für folgende Adjektive: Klassisch, tragisch und weise.

Klassisch ist „Great Expectations“ natürlich allein schon dadurch, dass es über 150 Jahre alt ist. Dickens veröffentlichte das Buch zwischen 1860 und 1861 als Fortsetzungsroman in einer Wochenzeitschrift. Meiner Ansicht nach qualifiziert es sich jedoch nicht nur durch Alter und Renommee als Klassiker, sondern auch inhaltlich. Es ist ein klassischer Dickens. Er setzt sich darin kritisch mit Ständeunterschieden auseinander. Der Protagonist ist ein Waisenjunge. Absolut typisch für den großen Romancier.

Tragisch erschien mir das Buch, weil es meinem Empfinden nach kein Happy End gibt. Im Gespräch mit einer Kollegin habe ich erfahren, dass meine Wahrnehmung diesbezüglich subjektiv ist und sie das anders einschätzt, doch für mich hat die gesamte Geschichte eine äußerst tragische Ausstrahlung, die am Ende nicht positiv aufgelöst wird. Für diese Tragik ist der Protagonist Pip verantwortlich, weil er Entscheidungen trifft, die die Menschen in seinem Umfeld verletzen. Er weiß das, trifft sie aber trotzdem. Dadurch war die Lektüre nicht einfach, denn ich wollte häufig gern ins Buch greifen und Pip schütteln, damit er sich endlich anders verhält.

Weise ist dieser Roman meiner Ansicht nach, weil Dickens darin wieder einmal diverse wahre Aussagen über die Dynamik zwischen Individuum und Gesellschaft tätigt, vor allem über Eltern-Kind-Beziehungen und den Einfluss, den Umfeld und Erziehung auf die Entwicklung junger Geister haben. Er zeigt sehr deutlich, dass der Lebensweg einer Person maßgeblich davon abhängt, wie sie aufgewachsen ist und mit welchen Stimulatoren sie konfrontiert wird. Damit war er seiner Zeit weit voraus, denn die Debatte von Nature vs. Nurture ist ja heute noch aktuell.

Mit welchen drei Adjektiven würdet ihr euer letztes Buch beschreiben?

Ich freue mich wie immer sehr auf eure Beiträge und Kommentare und wünsche euch allen einen sorgenfreien Start in die neue Woche!
Alles Liebe,
Elli ❤️