Gemeinsam Lesen 2
Guten Morgen ihr Lieben! :)
Jeden Dienstag lesen wir gemeinsam! Diese tolle Aktion wird wöchentlich von den Schlunzen-Büchern veranstaltet; die Fragen dieser Woche findet ihr durch einen Klick aufs Logo!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Götter der Rache“ (Götter der Rache #1) von Giles Kristian und befinde mich auf Seite 347 von 605.

Götter der Rache
 
 
Norwegen, A.D. 785: In der harten Welt der Wikinger streitet der aufrechte Clan unter Jarl Harald für König Gorm. Doch der verräterische König opfert die treuen Kämpfer seinem Bestreben nach Macht. Der Clan wird zerschlagen, nur Haralds Sohn Sigurd und eine Handvoll Krieger überleben – und schwören Rache bis aufs Blut. Gnade all jenen, die sich ihnen in den Weg stellen!

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Die Knørr war ein gutes Schiff, fünfzehn Schritt lang, fast vier Schritt breit und mit einem Tiefgang von wenig mehr als drei Fuß.“

3. Was willst du unbedingt zu deinem aktuellen Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Habe ich erwähnt, dass ich ein riesiger Fan der Serie „Vikings“ bin? Leider sind die Staffeln immer recht kurz, weswegen der Lieblingsmensch und ich zur Zeit auf dem Trockenen sitzen. Wir warten auf Staffel #4. „Götter der Rache“ habe ich im Katalog der Neuerscheinungen bei Random House entdeckt. Ich dachte mir, dass es die ideale Lektüre ist, um die Wartezeit zu überbrücken, bis es mit Ragnarr und Lathgertha (die coolste Frau aller Zeiten, ich wär auch gern so cool, werde es aber niemals sein) weitergeht. Also habe ich es weit vor dem Erscheinen angefragt. Jetzt ist es endlich da und ich muss sagen, das Überbrücken klappt mit diesem Buch ziemlich gut. Eigentlich müsste auf dem Cover eine Jugendwarnung abgedruckt sein. Es ist wirklich blutig, brutal und derb. Erst hat sich die Geschichte etwas träge entwickelt, aber jetzt habe ich das Gefühl, dass es so richtig losgeht. Sigurd hat sich einer Prüfung unterzogen, um die Gunst der Götter zurückzugewinnen. Anscheinend war die Prüfung erfolgreich, denn er hatte… na ja, nennen wir es mal Visionen. Er interpretiert das jedenfalls so. Ich tippe auf Wahnvorstellungen/Halluzinationen aufgrund von akuter Dehydrierung. Egal, offenbar weiß er jetzt, wie er seine Familie rächen kann. Ich bin gespannt, was er plant, denn einfach wird das nicht. Schließlich hat er nur etwa sieben Männer, die ihn unterstützen.
Übrigens soll mir „Götter der Rache“ nicht nur die Wartezeit bis zur vierten Staffel „Vikings“ verkürzen. Es ist auch ein Versuch, dem Genre der historischen Romane noch einmal eine Chance zu geben. Vielleicht habe ich bisher einfach nicht den richtigen Abschnitt der Geschichte für mich entdeckt. Meinem Empfinden nach spielen die meisten historischen Romane im Mittelalter, was mich nur wenig interessiert. Also muss ich vielleicht weiter in der Geschichte zurückgehen und mich auch hinsichtlich der Region umorientieren. Wer weiß, eventuell verschlinge ich zukünftig einen Wikinger-Roman nach dem anderen? ;)

4. Warst du schon jemals oder bist du aktuell in einen Buchcharakter verliebt?

Sorry, aber was ist das denn für eine merkwürdige Frage? oO Nein, natürlich nicht. Ich denke, ich stehe mit beiden Beinen fest genug in der Realität, um zu begreifen, dass ich es beim Lesen fast ausschließlich mit fiktiven Figuren zu tun habe. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals amouröse Gefühle für einen Buchcharakter hatte. Auch nicht als Teenager. Heutzutage erscheint mir das regelrecht unmöglich, weil ich Figuren sehr differenziert auf verschiedenen Ebenen wahrnehme. Natürlich kann ich einen Charakter attraktiv finden, entweder aufgrund seiner Eigenschaften oder aufgrund seines Aussehens oder aufgrund einer Mischung aus beidem. Aber das ist nur ein Part. Eine andere Ebene meines Bewusstseins analysiert den Charakter hinsichtlich Konstruktion, Realismus, Sympathie, Facettenreichtum, Stereotypie, Zugang, Bindung, Rolle innerhalb der Handlung und so weiter. Das heißt, ein Teil von mir versucht prinzipiell objektiv zu bleiben. Es gibt wenige Ausnahmen; Bücher, bei denen es mir schwer fällt, die Distanz zu wahren. Ein Beispiel ist die Trilogie „Daughter of Smoke & Bone“. Ich mochte Karou so gern, dass ich häufig einfach vergessen habe, sie auch als fiktive Figur zu analysieren. Doch erstens ist das wie gesagt die Ausnahme und zweitens ging meine Sympathie noch nie so weit, dass ich mich verliebt hätte. Wenn ich ehrlich bin, erscheint mir das sogar etwas absurd. Ich habe schon öfter mal von Bezeichnungen wie „bookish boyfriend“ oder so gelesen, aber ich kann wirklich nicht behaupten, dass ich das nachempfinden könnte. Besonders, weil diese Formulierung meist im Zusammenhang mit YA-Romanen genutzt wurde und die männlichen Protagonisten dort in der Regel viel zu eindimensional sind. Süß, zauberhaft und ganz reizend, aber eben nicht echt. Ich denke, jede_r, der/die etwas Erfahrung in Beziehungen gesammelt hat, weiß, dass es in der Realität niemals so ablaufen würde oder könnte, wie es YA-Autor_innen gern darstellen. Da ich mir das bewusst ist, wie sollte es überhaupt möglich sein, dass ich mich verliebe? Mal ganz davon abgesehen, dass vieles, was in Büchern furchtbar romantisch wirkt, in der Wirklichkeit akuten Brechreiz bei mir auslösen würde.
Zusammengefasst könnte man es so ausdrücken: es kommt durchaus mal vor, dass ich einen Charakter heiß, attraktiv und/oder anziehend finde. Doch ich vergesse niemals, dass es sich um Fantasie handelt. Dadurch bin ich nicht in der Lage, genug emotionale Nähe aufzubauen, um mich zu verlieben.

Was lest ihr im Moment? Habt ihr euch schon mal in einen Buchcharakter verliebt?

Ich freue mich natürlich wie immer sehr auf eure Kommentare; vor allem bin ich gespannt, wie ihr Frage 4 beantwortet habt und kann es kaum abwarten, mich durch eure Beiträge zu wühlen! Habt einen tollen Dienstag!
Alles Liebe,
Elli