Hallo ihr Lieben! :)
Ich habe euch versprochen, dass ich euch zeige, was aus der seit Ewigkeiten geplanten Erweiterung meines Bücherregals und der daraus resultierenden Umgestaltung unseres Wohnzimmers geworden ist. Heute löse ich dieses Versprechen ein.
Viele von euch wissen mittlerweile, dass ich zu großen Kompromissen bereit bin, wenn es darum geht, meinen Büchern ein angemessenes Zuhause zu kreieren. In unserem Wohnzimmer hängen keine Bilder an den Wänden. Es gibt keine schmucken Wandtattoos, Fotocollagen oder ähnliches. Die einzige Deko, die ich brauche, akzeptiere und wirklich schön finde, sind Bücher. Ich halte es mit Cicero: „Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele“. Ich kann wunderbar damit leben, in anderen Räumen das eine oder andere Kinkerlitzchen an die Wand zu hängen, doch das Wohnzimmer gehört meinen Büchern. Es ist ihr Heim und ihre Gesellschaft beruhigt mich. Ich kann nicht zählen, wie oft ich einfach nur auf der Couch sitze und meine Augen über die Buchrücken wandern lasse.

Als sich im Sommer 2017 abzeichnete, dass mein Regal bald die Grenze seiner Kapazität erreichen würde, wandte ich mich wie immer an meine Eltern. Zu diesem Zeitpunkt vereinnahmten meine Bücher bereits mehr als eine Wand. Hier ein Foto zur Erinnerung, das ich kurz nach der letzten Erweiterung aufnahm, weshalb das Regal damals noch nicht voll war:

Es ist zur Tradition geworden, dass ich Bücherregal-Erweiterungen von meinen Eltern zum Geburtstag bekomme, wenn Bedarf besteht. Ich erzählte ihnen, dass meine Bibliothek mal wieder so stark angewachsen war, dass ich keine neuen Bücher mehr einsortieren konnte. Mir war bewusst, dass die benötigte Erweiterung dieses Mal deutliche Veränderungen bezüglich der Einrichtung unseres Wohnzimmers implizierte. Wir können das Regal auf der linken Seite nicht weiter ziehen, weil es dann über unserer Couch angebracht wäre. In der Montage ist das kein Problem, aber im Alltag wäre die Couch im Weg. Ich hätte keine Möglichkeit, an meine Bücher heranzukommen, da ich sie selbst mit einer Leiter nicht erreichen würde. Also blieb nur die rechte Seite, auf der sich sowohl die Wohnzimmertür als auch der Eingang zur Küche befinden. Zwischen den beiden Eingängen stand unsere Wohnwand, ein mehr oder weniger modernes Möbelstück, das ich schon lange nicht mehr schön und praktikabel fand. Das Ding war so konstruiert, dass es recht weit nach oben ragte. Ich mache keine halben Sachen. Das Bücherregal um die Wohnwand herum zu bauen, kam nicht in Frage. Sollte an dieser Wand ein neues Heim für meine Bücher entstehen, musste die Wohnwand weg – eine Entscheidung, die mir sehr leicht fiel. Um trotzdem genug Stauraum bereitzustellen, wollte ich stattdessen zwei Kommoden anschaffen.
Bis ich meine Pläne umsetzte, verging fast ein Jahr. Das lag vor allem daran, dass sich die Suche nach passenden Kommoden sehr frustrierend gestaltete. Was mir gefiel, war unverschämt teuer. Erst Mitte April 2018 fand ich eine Kombination aus Kommode und Low-Board, die meinen Wünschen entsprach und in unserem Budget lag. Dann gab ich allerdings Gas: ich fuhr mit meinen Eltern, dem Lieblingsmenschen und unserem Kumpel John, der ein handwerkliches Genie ist, ins Möbelhaus, wählte die beiden Möbel aus, vereinbarte einen Liefertermin und bezahlte. Rein, raus, fertig. Den Liefertermin legte ich auf den 29. Mai, denn ich wusste, dass wir Zeit benötigen würden, um die Wohnwand abzureißen (samt aussortieren), die Bauteile für das Bücherregal zu besorgen und dieses dann auch noch an die Wand zu schrauben, bevor die neuen Möbel im Weg herumstünden. Der Plan sah folgendermaßen aus: Wohnwand raus, Bücherregal ran, Bücher rein, Möbel aufstellen.
Ich möchte euch nicht mit Details langweilen, deshalb beschränke ich mich hier darauf, euch zu erzählen, dass meine Organisation der Umgestaltung reibungslos funktionierte. Gemeinsam mit meiner Mutter mistete ich erfolgreich die Wohnwand aus (Ergebnis: 5 große blaue Müllsäcke), alle Teile für das Regal fanden rechtzeitig ihren Weg zu uns, John unterstützte den Lieblingsmenschen beim Abbau der Wohnwand und alle waren pünktlich am 26. Mai (Samstag) hier, um meinen Büchern ein neues Zuhause zu bauen. Beim Anbau der Erweiterung ergaben sich glücklicherweise ebenfalls keinerlei Probleme. Meine Mutter und ich hielten uns dezent zurück und ließen die Männer machen, weil zu viele Köche den Brei verderben und wir beide ja noch das Einräumen übernehmen würden (was mindestens ebenso anstrengend ist wie das Anbringen des Regals: hoch die Leiter, runter die Leiter, hoch die Leiter, runter die Leiter, usw.). Das einzige kleine Manko war der Part des Regals über dem Eingang zur Küche. Wir waren bei der Berechnung, wie viel Material wir brauchen würden, davon ausgegangen, dass drei Bretter mit einer Länge von jeweils 80cm ausreichen würden. Als dieser Teil hing, stellte sich allerdings heraus, dass 80er-Bretter ein bisschen zu kurz sind. Ein schöneres Gesamtbild (und noch mal mehr Platz) ergäbe sich mit 100er-Brettern. Gesagt, bestellt.
Sobald das Bücherregal hing, widmeten sich meine Mutter und ich sofort dem Einräumen. Wir waren sehr viel schneller, als wir erwartet hatten. Wir waren überzeugt, dass Mama eine Nacht bei uns verbringen müsste, weil wir nicht alle Bücher an einem Tag einsortieren können würden. Tja, da haben wir uns unterschätzt. Für all meine Bücher brauchten wir etwa viereinhalb Stunden, was sicherlich irgendein Rekord ist. Alle Bücher erhielten ein schickes neues Plätzchen. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, welche Gespräche die während der Aktion untereinander geführt haben. Die waren sicherlich auch in heller Aufregung. ;) Am Ende des Tages waren wir jedenfalls schmutzig, verschwitzt und fix und alle. Mama fuhr heim und freute sich, dass sie in ihrem eigenen Bett schlafen konnte. Der Lieblingsmensch entspannte vor dem PC. Und ich lag platt, stolz und zufrieden auf der Couch und genoss den Anblick meiner erweiterten Bibliothek.
Am Dienstag kamen dann die neuen Möbel und der Lieblingsmensch leistete ganze Arbeit beim Aufbau. Etwas später wurden die 100er-Bretter ebenfalls problemlos geliefert und ersetzten die 80er-Bretter über dem Kücheneingang. Alles fertig.
Ich kann euch gar nicht sagen, wie glücklich ich mit der Umgestaltung bin. Es ist wunderschön geworden, wirkt ordentlich, aufgeräumt und irgendwie erwachsen. Ich kann mich nicht satt sehen.
Wollt ihr es auch sehen? Wollt ihr euch an dem Anblick, der sich mir nun jeden Tag bietet, weiden? Dann spanne ich euch jetzt nicht länger auf die Folter! Vorhang auf für mein Bücherregal!

Blick von der Fensterfront aus:

Blick von der Couch:

Blick vom Fenster neben der Küche:

Blick auf Kommode und Low-Board:


Ich finde, die Atmosphäre einer Bibliothek ist jetzt noch deutlicher zu spüren. Aktuell stehen die Bücher sehr locker im Regal, sodass ich an allen Ecken und Enden Neuzugänge dazwischenstellen kann, wenn nötig. Was ich natürlich auch schon getan habe, denn der viele Platz schreit förmlich danach, gefüllt zu werden! :D Meine Eltern scherzen schon, dass ich in einem Jahr wieder ankomme, weil das Bücherregal voll ist. Ich äußere mich dazu nicht. ;)
Seit der Umgestaltung häuft sich die Frage, was ich machen werde, wenn diese Erweiterung tatsächlich voll ist. Wem auch immer ich die Fotos zeige, jede/r stellt mir diese Frage. Meistens wird gewitzelt, dass wir wohl umziehen müssen, wenn es soweit ist. Ich bin davon genervt und möchte die Chance nutzen, hier mal was klarzustellen: ein Umzug würde mein Bücher-Platzproblem nicht lösen. Er würde es verlagern und möglicherweise hinauszögern, aber diese Problematik kann grundsätzlich nicht gelöst werden, von dieser Vorstellung sollten sich alle verabschieden. Ich wache nicht eines morgens auf und denke „Jetzt besitze ich alle Bücher, die ich haben möchte, ab sofort muss ich keine mehr kaufen“. Der Kampf gegen Platzmangel ist für einen Bücherwurm unseres Kalibers unendlich. Er kann nicht gewonnen werden. Wir sind dazu verdammt, zu verlieren. Mit maximaler Kompromissbereitschaft könnte man natürlich das Maximum aus einem Raum herausholen. Das würde bedeuten, alle Möbel außer den Regalen entweder abzuschaffen oder in der Mitte aufzustellen, damit die Wände frei bleiben. In meiner Fantasie sehe ich einen Raum voller Bücherregale, in dessen Mitte einsam ein Fernseher und zwei Sitzsäcke stehen. Aber ist das noch schön? Ist das bequem? Ist das gemütlich? Meiner Ansicht nach nicht. Ich liebe Bücher und gebe meiner Sammelleidenschaft gern und häufig nach, doch selbst ich habe Grenzen. Ich habe das Gefühl, missverstanden und belächelt zu werden. Zugegeben, für einige Menschen mag mein Wunsch, in meiner eigenen Bibilothek zu leben, wie eine Schrulle wirken. Nichtsdestrotz habe ich es satt, auf diesen lahmen Witz reagieren zu müssen. Wenn mein Bücherregal voll ist, werde ich deshalb nicht umziehen. Punkt.
Ich bin guter Hoffnung, dass ihr als Buchblogger_innen besser versteht, wie sich mein Verhältnis zu meinen Büchern und dem dafür nötigen Platz gestaltet. Euch verrate ich deshalb gern, dass ich für den mit absoluter Sicherheit eintretenden Fall, dass auch die neuste Erweiterung meines Regals eines Tages voll ist, durchaus noch ein paar Ideen habe. ;) Man könnte weitere Möbel rausschmeißen, ersetzen und die Fläche des Wohnzimmers effektiver nutzen. Sollte das nicht genug oder möglich sein, spiele ich bereits mit dem Gedanken, in den Flur auszuweichen. Die hohen Decken eines Altbaus sind ein Segen. Wenn es irgendwann gar nicht mehr anders geht, muss ich wohl die Beziehung zu meinem Kindle intensivieren oder meine Bereitschaft, Bücher auszusortieren, überdenken. Aber das ist im Moment reine Zukunftsmusik. Aktuell mache ich mir überhaupt keine Sorgen wegen des Platzmangels. Die Erweiterung bietet mir nun fast doppelt so viel Platz wie zuvor und da sich mein Kaufverhalten nicht ändert, gehe ich davon aus, dass ich einige Zeit Ruhe habe, bis meine Überlegungen zunehmend dringend werden.
Jetzt erfreue ich mich erst einmal täglich an dem fabelhaften Anblick einer umfangreichen Bibliothek, die mehr als zwei Wände meines Wohnzimmers einnimmt. Ich genieße es, jedes meiner Bücher an seinem rechtmäßigen Platz stehen zu sehen. Und ich hoffe, dass ihr euch mit mir freut. Ihr haltet mich nämlich nicht für verrückt. ;)
Alles Liebe,
Elli ❤️

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